Nationalsozialismus in Düsseldorf



Die HistoriaApp by HHU startet mit Touren über die Geschichte Düsseldorfs während des Nationalsozialismus. Unter der Leitung von Jan Niko Kirschbaum (Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neueste Geschichte von Prof. Dr. Christoph Nonn) entwickelten Studierende seit dem vergangenen Wintersemester die App zusammen mit dem Kölner Entwickler David Neugebauer. Gemeinsam planten sie in Kooperation mit der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf mehrere Stadtrundgänge, die verschiedene Themenbereiche wie „Jüdisches Leben während der Zeit des Nationalsozialismus“, „Der NS-Herrschafts- und Verfolgungs­apparat“, „Widerstand gegen den Nationalsozialismus“ und „Alltag im Nationalsozialismus“ an historischen Orten aufgreifen und erklären.

Diese Touren stehen seit dem 11. Juli zur Verfügung:


Judendeportationen in Düsseldorf ab 1941

Spaziergang, ca. 40 Min., ca. 2,2 km.

von Janina Jürgensmeyer

Diese Tour bietet eine spannende Zeitreise auf den Spuren von Akteuren, Orten und Zeugen der Deportation in Düsseldorf ab 1941. Du lernst historische Orte kennen, begegnest Einzelschicksalen und erfährst, wie sich das nationalsozialistische Regime in Düsseldorf auf das jüdische Leben auswirkte, was dies für jüdische Mitbürger bedeutete und wie mit diesem Thema heutzutage umgegangen wird.


Propaganda für den Nationalsozialismus: Die Ausstellung „Schaffendes Volk“

von Marc Joachim Lotzwick

Rundgang, ca. 60 Min., ca. 3,2 km.

Dieser Rundgang beschäftigt sich mit der 1937 im Nordpark veranstalteten Ausstellung „Schaffendes Volk“. Wenn auch heute eher unbekannt war sie damals ein Großereignis, welches rund 7 Millionen Besucher zählen konnte und international breites Interesse hervorrief. Das Hauptthema war die sogenannte „Leistungsschau von Industrie und Wirtschaft“, weiterhin gab es einen Vergnügungspark, eine Kunstausstellung und eine Gartenschau. Ziel der einzelnen Abteilungen war es, die Ideologie der Nationalsozialisten zu propagieren und die Bevölkerung im Zuge des Vierjahresplans auf die Umstellung zur Kriegswirtschaft einzustimmen. Die Wegführung des Nordparks ist bis heute gleich geblieben, sodass die Nutzer des Rundgangs auf den Pfaden der Besucher von 1937 wandeln werden.


Religiöser Widerstand in Düsseldorf

von Milena Rabokon

Fahrrad-Tour, ca. 120 Min., ca. 7.8 km.

Auch in Düsseldorf leisteten Menschen aufgrund ihrer religiösen Überzeugung Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime. Während dieser Fahrrad-Tour lernen Sie ausgewählte Düsseldorfer Biographien kennen, die sich der nationalsozialistischen Ideologie widersetzten, indem sie beispielweise den Hitler-Gruß oder den Wehrdienst verweigerten. Religiös motivierten Widerstand leisteten unter anderem Mitglieder katholischer und evangelischer Kirchengemeinden. Welche Konsequenzen ihre Verweigerung mit sich brachte, erfahren Sie während der Tour.


Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Bilk

von Lisa Marina Friemelt

Spaziergang, ca. 75 Min., ca 4,8 km.

Als 1933 das nationalsozialistische Regime begann, etablierte es seine menschenverachtende Politik gegenüber Juden, Sinti und Roma, kranken und behinderten Menschen, Homosexuellen, sowie religiösen und politischen Gemeinschaften. Wenngleich diese von einer schweigenden Mehrheit hingenommen wurden, so regte sich auch Widerstand in unterschiedlichsten Formen. Sowohl durch politische als auch religiöse Ideologien und Parteien mobilisiert, wie durch private, zwischenmenschliche Verhältnisse motiviert, trotzten Bürger in Düsseldorf der Verfolgung und dem Terror der Nationalsozialisten. Dieser Rundgang zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Bilk führt in Düsseldorfs heutigen einwohnerstärksten Stadtteil an einige Schauplätze gelebter Zivilcourage, Mitgefühls, und Solidarität gegen die brutalen Verhältnisse der Zeit.


Der Anfang vom Ende – Gewalt und Gleichschaltung 1933

von Philip Verbocket und Darjusch Mildner

Spaziergang, ca. 51 Min., 3,3 km.

Aus unserer heutigen Sicht ist es immer noch ungreifbar, wie es den Nationalsozialisten gelingen konnte, die Macht in Deutschland zu erlangen und die Weimarer Republik in einen totalitären und auf allen Ebenen gleichgeschalteten NS-Staat zu verwandeln. Diese Transformation von Staat und Gesellschaft kam aber nicht als großes Ganzes, sondern vollzog sich in unterschiedlichsten Bereichen in allen Teilen des Landes. Mit meiner Tour möchte ich greifbar machen, welche Aktionen die Nationalsozialisten in Düsseldorf im Rahmen der Machtübernahme ausführten und inwieweit auch die Düsseldorfer Bevölkerung dabei involviert war. Darüber hinaus stelle ich auch Einzelschicksale vor, um deutlich zu machen, wie verbrecherisch die Nazis vorgingen und welche Auswirkungen die Machtübernahme auf ihre Gegner hatte.


„Euthanasie“ in Düsseldorf 1933-45

von Philipp Stuch

ÖPNV-Tour, ca. 70 Min., ca. 3,2 km.

Institutionalisierten Krankenmorde sowie Sterilisationen zur „Verhütung erbkranken Nachwuchses“ ab 1933 wurden auf dem gesamten Gebiet des Deutschen Reiches durchgeführt, so auch in Düsseldorf. Die Tour beleuchtet Orte, Täter und Widerstand gegen diese. Beginnend in Düsseldorf-Gerresheim werden zentrale Institutionen und Durchführungsstätten der „Euthanasie“ vorgestellt, anschließend legt sich auf der bekannten Königsallee der Fokus auf eine Einzelperson und ihr Schicksal. An der Andreaskirche wird ein Exkurs zum Kirchenwiderstand durchgeführt und die Tour an der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf beendet, in welcher sich der interessierte Leser zusätzliche Informationen zu diesem und weiteren Themen der App einholen kann.


Auswirkungen und Folgen des NS-Terrors in Düsseldorf

Spaziergang, ca. 75 Min., ca. 2,5 km.

von Philipp Weide

Nach der Machtübernahme begann das NS-Regime seine Gegner zu bekämpfen und Menschen gemäß seiner Rasseideologie auszugrenzen und zu verfolgen. Diese Tour soll einen Überblick über den Eingriff des NS-Terrors in das Leben dieser Menschen geben.
Dafür werden Beispiele aus Verwaltung, Industrie und von Privatpersonen aufgezeigt. Zusätzlich werden das Ende des NS-Regimes und die Aufarbeitung seiner Verbrechen am Jürgensplatz und dem Amtsgericht exemplarisch dargestellt.


Es geschah in der Nachbarschaft – Novemberpogrome 1938

von Yannick Sandberg

Spaziergang, ca. 55 Min., ca. 2,8 km.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 lebten die Nationalsozialisten überall im Deutschen Reich ihren tief verwurzelten Antisemitismus aus. Unschuldige Bürger wurden „Opfer eines Verbrechens, welches sich – zentral organisiert – vor den Augen der Öffentlichkeit abspielte“. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten wurde Antisemitismus zur Staatspolitik. Mit den „Nürnberger Gesetzen“ von 1935 wurde der Grundstein für Ausgrenzung und Verfolgung der deutschen Juden gelegt. Das Attentat auf den Legationssekretär Ernst vom Rath in Paris, welches Herschel Grynszpan am 7. November 1938 aus Protest gegen die sogenannte „Polenaktion“ ausführte, diente den Nazis als Vorwand, ein alle Vorstellungen übertreffendes Pogrom an unschuldigen jüdischen Bürgern zu begehen.
Erfahren Sie, wie sich dieses Pogrom in Düsseldorf abspielte, lernen Sie einzelne Schicksale kennen, wie sie in jener Nacht im ganzen Reichsgebiet zu Tausenden erlebt wurden. Erfahren Sie etwas über Nachbarn, die die Wohnung von Menschen zerstörten, die jahrelang neben ihnen wohnten, über Wegschauen und Zuschauen, aber auch etwas über Menschen die anderen halfen, als es nötig war und sich dadurch selbst in Gefahr brachten. Erfahren Sie etwas über ein Pogrom, das sich mitten in Deutschland, mitten in Düsseldorf, unter den Augen vieler, in der Nachbarschaft abspielte.


Zwangsarbeit und Alltag im Zweiten Weltkrieg in Düsseldorf

von Christopher Trinks und Arian Reuschenberg

ÖPNV-Tour, ca. 150 Min., ca. 7,9 km.

Die ÖPNV- Tour „Zwangsarbeit und Alltag in Düsseldorf während des 2. Weltkrieges“ führt zu wichtigen Orten des öffentlichen Lebens der NS- Zeit, sowie zu ehemaligen Standorten von Zwangsarbeiterlagern. Außerdem besteht die Chance sich die Ausstellung der Mahn- und Gedenkstätte anzuschauen, die sich intensiv mit der nationalsozialistischen Geschichte auseinandersetzt. Aufgrund der großen Distanzen wird die Nutzung des ÖPNV empfohlen.
Der Startpunkt ist über die Haltestelle „Stockkampstraße“ mit den Straßenbahnlinien 704 und 706 erreichbar, oder über die S-Bahnstation Düsseldorf Zoo.
Der letzte Ort liegt im Volksgarten und wird optional angeboten.


Freunde in der Not

Spaziergang, ca. 75 Min., ca. 5 km.

von Kelly Gisela Waap

Mit Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft 1933 begann auch der Terror gegenüber Juden, Sinti und Roma, kranken und behinderten Menschen, Homosexuellen, sowie religiösen und politischen Gemeinschaften. In dieser Tour wird Ihnen ein Beispiel für gelebte Zivilcourage gegen die Verfolgung durch die Nationalsozialisten vorgestellt: Das Ehepaar Hilde und Joseph Neyses, welches ihre jüdische Bekannte Erna Etscheit im Keller ihres Hauses in Düsseldorf Oberkassel versteckten. Diese Tour führt zu den Schauplätzen ihrer schicksalhaften Verbindung.


Jüdisches Leben unter dem Nationalsozialismus

Spaziergang, ca. 60 Min., ca. 2,3 km

von Jasmin Krumscheid und Jan Müller

Die Tour “Jüdisches Leben unter dem Nationalsozialismus” stellt die jüdische Gemeinde Düsseldorfs in den 1930er Jahren in mehreren Facetten dar und behandelt dabei ebenso Zentren der Gemeinde, wie beispielsweise die ehemalige Synagoge, bietet aber auch einen Einblick in die Leben von wichtigen Gemeindemitgliedern und zeigt die Spuren der jüdischen Kultur in Düsseldorf. Gleichzeitig ist das Ziel, die Auswirkungen der NS-Politik auf die Gemeinde sichtbar zu machen und mit Beispielen zu illustrieren. Die Tour endet an der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf.


 Diese Tour steht seit dem 31. Oktober zur Verfügung:

Hilarius Gilges – En Düsseldorf Jong

von Gero Wollgarten

Spaziergang, 2,5 km, ca. 60 Min.

Hilarius Gilges ist eines der prominentesten Opfer der NS-Zeit in Düsseldorf und war auch gleichzeitig einer der Ersten, die ermordet wurden. An ihm lässt sich exemplarisch der Lebenslauf eines Verfolgten des NS-Regimes aufzeigen. Er steht auch stellvertretend für den kommunistischen Widerstand gegen den Faschismus in der Weimarer Zeit bis 1933. Die Route führt vom Schlossturm zum Fundort seiner Leiche am Robert-Lehr-Ufer. Der Einstiegspunkt ist fußläufig von der Haltestelle Heinrich-Heine-Allee zu erreichen.