Lex: Gleichschaltung

Der Begriff Gleichschaltung bezeichnet den Prozess der vom nationalsozialistischen Regime im Deutschen Reich angeordneten Vereinheitlichung von Gesellschaft und Politik. Ziel war die Reorganisation aller Bereiche in Politik, Gesellschaft und Kultur entsprechend der nationalsozialistischen Vorstellungen. Offiziell begonnen wurde die Gleichschaltung am 31. März 1933. An diesem Tag trat das „Vorläufige Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich“ in Kraft. Zweck dieses Gesetzes war es, alle Minister und höheren Beamte auf Länderebene, die nicht der NSDAP oder der DNVP angehörten, auszuschalten. Im Prinzip führte man somit einen rechtlich legitimierten Staatsstreich aus. Da dieses Gesetz Maßnahmen gegen die politische Opposition und andere Parteien legitimierte steht der Begriff Gleichschaltung ebenfalls für die anschließenden Terrormaßnahmen des Regimes gegen seine politischen Gegner. In diesem Zusammenhang weitete sich die Gleichschaltung dann auf die weiteren staatlichen und gesellschaftlichen Institutionen aus, in denen die Führungspersönlichkeiten nun auch gegen regimetreue Personen ausgetauscht wurden.

 

 

Lex: Zuchthaus

Das Zuchthaus war (bis 1969) ein besonderes Gefängnis mit verschärften Haftbedingungen für Häftlinge, die zu einer Freiheitsstrafe verurteilt waren. Ein wichtiger Bestandteil des Zuchthauses war die harte körperliche Arbeit, die von den Insassen geleistet werden musste.

Lex: Konzentrationslager

Gewalttätige Verfolgung und Ausschaltung von Andersdenkenden gab es in der NS-Zeit von Anfang an. Zum Vollzug entstanden vielerorts Folterstätten in Kellern, Kasernen und Stammlokalen von SA und SS. Solche Orte des Verbrechens und „wilden Lager“ bildeten Vorstufen der Konzentrationslager, in denen politische Gegner und rassisch Verfemte in „Schutzhaft“ genommen wurden. Hinter diesem Begriff verbirgt sich eine äußerst brutale, unmenschliche Behandlung und schier grenzenlose Ausbeutung der Inhaftierten.

In den nationalsozialistischen  Arbeits- und Vernichtungslager wurden die Gegner des NS-Regimes, aber auch die Menschen, die in den Augen der Nationalsozialisten minderwertig waren und nicht der nationalsozialistischen Ideologie passten, eingesperrt, unter unwürdigen Bedingungen dort festgehalten und zur Arbeit gezwungen. Anfangs wurden Menschen vereinzelt, später systematisch im großen Stil ermordet, durch Arbeit oder medizinische Versuche zu Tode gequält Insbesondere während des Weltkrieges wurde das KZ-System ausgebaut. In aller Regel stellte die SS Personal und Wachmannschaften. Sie führte die „Vernichtung durch Arbeit“ im Auftrag organisationseigener Unternehmen durch und schickte Häftlinge als Arbeitssklaven in die Rüstungswirtschaft oder Betriebe anderer großer Konzerne aus dem Reichsgebiet. Nur wenige überlebten die Zeit in einem KZ.

Lex: Mischehe

Ursprünglich wurden Ehen zwischen Katholiken und Protestanten als Mischehen bezeichnet.

Die Nationalsozialisten definierten den Begriff im rassistischen Sinn um und bekämpften die Ehen zwischen „Ariern“ und „Juden“ erbittert. Die rassistischen Nürnberger Gesetze verboten 1935 die „Mischehe“. Bereits bestehende Ehen wurden nicht zwangsweise aufgelöst, standen aber unter starkem staatlichem Druck.

Die Nationalsozialisten unterschieden zwischen einer einfachen „Mischehe“ die aus einem jüdischen und einem nichtjüdischen Partner bestand, deren Kinder der Synagogengemeinde angehörten. Eine privilegierte „Mischehe“ war eine Ehe eines „arischen“ Mannes mit einer jüdischen Frau auch ohne Kinder oder eine Ehe, in der die Kinder einer christlichen Kirche angehörten.

Solange die Ehe bestehen blieb, waren die Partner einer „privilegierten Mischehe“ geschützt. War die Ehe jedoch geschieden oder der deutsche Partner verstorben, waren die jüdischen Partner der Verfolgung direkt preisgegeben.

Es gab Planungen, die jüdischen Ehepartner einer „Mischehe“ zu ermorden, dies wurde jedoch mit Rücksicht auf die deutsche Verwandtschaft verschoben. Im Herbst 1944 wurden die jüdischen Ehepartner in Arbeitslager deportiert. Noch im Frühjahr 1945 brachte man sie nach Theresienstadt.

Lex: Novemberpogrom

Das Wort Pogrom stammt aus dem Russischen und wird im Duden als „Hetze, Ausschreitungen gegen nationale, religiöse, rassische Gruppen“ definiert. Pogrome gegen Juden haben eine lange Tradition in Europa und der arabischen Welt. Das Novemberpogrom 1938 in Deutschland zählte schätzungsweise 400 Todesopfer und unzählige Misshandelte, Verletzte und inhaftierte Juden. Es begann in der Nacht des 09. November 1938 und endete im Laufe des Tages des 10 November. Es wurde geplant von der NS-Führung und durchgeführt von lokalen SA- und SS- Verbänden. Die Mehrheit der Bevölkerung stand dem Pogrom gleichgültig gegenüber, einige unterstützen es, andere ergriffen Partei für die Angegriffenen.

Die NS-Propaganda inszenierte das Pogrom als „Volksaufstand“ aus Rache für den einem Anschlag zum Opfer gefallenen Ernst vom Rath, Botschaftssekretär in Paris. Der Anschlag wiederum war eine Reaktion auf die Polenaktion. Überall im Deutschen Reich wurden Geschäfte und Privatwohnungen von Jüdinnen und Juden verwüstet, zerstört und geplündert, die Eigentümer misshandelt und ermordet.

Lex: Sturmabteilung

Die Sturmabteilung ist eine seit 1925 zur Nationalsozialistischen Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) gehörige Gruppierung. Ihre Angehörigen trugen braune Uniformen und Armbinden mit Hakenkreuz. Die „Eroberung der Straße“ durch die SA war ein wichtiges Instrument der politischen Stimmungsmache der NSDAP. Provozierende Aufmärsche stellten die Stärke und Geschlossenheit der nationalsozialistischen Bewegung dar. Zwischen 1925 und 1930 stieg die Mitgliederanzahl von ca. 3.600 auf annähernd 60.000 Männer in 200 Ortsvereinen, bis Anfang 1933 weiter auf 400.000 Mitglieder. Die SA lieferte sich brutale Straßenschlachten mit ihren politischen Widersachern. Unzählige Mord- und Bombenanschläge gehörten Anfang der 1930er Jahre zum Alltag. Im Juli 1934 wurde die SA entmachtet.

Lex: Euthanasie

Unter „Euthanasie“ versteht man primär die systematische Ermordung von körperlich oder geistig behinderten Menschen, die im Dritten Reich während des Zweiten Weltkrieges durchgeführt wurde. Der Begriff bedeutet übersetzt „schöner/leichter Tod“ und beruft sich auf seit dem 19. Jahrhundert existierende Theorien der „Rassenhygiene“, auch „Eugenik“ genannt. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges begann die nach dem Bürositz der zuständigen Behörde in der Berliner Tiergartenstraße 4 benannte „Aktion T4“.

Lex: Entnazifizierung

Entnazifizierung bezeichnet den Vorgang, mit dem die Siegermächte nach dem Zweiten Weltkrieg die deutsche Bevölkeung resozialisierten wollten.Die Nationalsozialisten und ihr Gedankengut sollten nach ihrer zwölfjährigen Herrschaft aus dem öffentlichen Leben, insbesondere aus verantwortlichen Stellungen in der Verwaltung, dem Erziehungswesen und der Wirtschaft verdrängt werden. Schlagworte hierfür waren die vier Ds: Demokratisierung, Dezentralisierung, Demilitarisierung und Denazifizierung.
Aufgrund diese Angaben auf einem Fragebogen wurden viele Deutsche von Laiengerichten in Belastungskategorien eingestuft; von der Einstufung hing die Härte der Strafmaßnahmen oder die Verhängung eines Berufsverbotes ab. Dieses Verfahren wurde mit Verzögerung und in kleinerem Umfang auch in der britischen und französischen Besatzungszone übernommen. Am Ende stand die Einstufung in eine der fünf Teilgruppen: Hauptschuldige, Belastete, Minderbelastete, Mitläufer oder Entlastete. . Realität war jedoch, dass auch nach dem Ende des Krieges bekannte Nazis weiterhin in ihrem Beruf tätig sein konnten und nicht zur Rechenschaft gezogen wurden.

Lex: Säuberung

Der Begriff „Säuberung“ ist eine auch aus der nationalsozialistischen Sprache kommender, euphemistische Bezeichnung, für die Ausgrenzung von Menschen aus politischen und gesellschaftlichen Institutionen. Diese sollten z.B. aus der Berufswelt verdrängt und von NS-Funktionären ersetzt werden. Der Begriff soll über die tatsächliche Brutalität und Inhumanität dieser Taten hinwegtäuschen und verharmlosen.

Lex: Heinrich-Heine Universität

Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf ist eine der jüngeren Hochschulen des Landes NRW – gegründet 1965. Seit 1988 trägt die Universität den Namen des großen Sohnes der Stadt. Heute finden auf dem modernen Campus rund 30.000 Studierende beste Bedingungen für das akademische Leben.

Als Campus-Universität mit kurzen Wegen sind bei uns alle Gebäude inklusive Universitätsklinikum und Fachbibliotheken zentral erreichbar. Unsere Fachbereiche genießen dank überdurchschnittlich vieler Sonderforschungsbereiche einen hervorragenden Ruf. Dazu bietet die Landeshauptstadt Düsseldorf ein attraktives Umfeld mit anerkannt hoher Lebensqualität.